Tag 8: 09.10.2006 (122 km): eine grandiose Abfahrt und 80 km auf der N198

Sonnenaufgang

Nach einer ruhigen Nacht auf dem höchsten Pass von Korsika hatten wir uns heute schon sehr früh aufgemacht, um den Sonnenaufgang zu sehen. Danach haben wir gefrühstückt und uns von dem gastfreundlichen kanadischen Ehepaar verabschiedet. Nachdem wir nun die Gepäckstücke am Rad befestigt hatten und unser Wasservorrat aufgefüllt war, radelten wir noch einmal 50 Höhenmeter zum Bocca de Bavella, um bei dem herrlichen Sonnenschein einige Bilder zu machen. Es war nun 8 Uhr und der Abfahrt stand nichts mehr im Wege. Allerdings muss man sagen, dass es am Morgen noch sehr kalt war, da es in der Nacht auf den Bergen nur 5 °C waren, daher mussten wir noch etwas Warmes drüber ziehen.

unsere Herberge

der Bocca de Bavella

bei 5 °C nahmen wir die Abfahrt

Die Ostseite des Bocca de Bavella war wesentlich steiler und die Straße hatte sehr viele Serpentinen. Wir erlebten also eine berauschende und anspruchsvolle Abfahrt, doch es gab auch eine Überraschung. So überquerten während meiner Fahrt und 45 km/h auf einmal Wildschweine 10 m vor mir die Straße. Dabei war Reaktionsvermögen gefragt, denn sonst hätte man die Moosschicht im Wald betrachten können. Ansonsten waren wir mal wieder fast alleine auf der Straße unterwegs und bis auf zwei kleine Baustellen gab es auch keine Behinderungen. Immer wieder hatten wir geniale Sicht auf das Tal und die umliegenden Berge. Die Abfahrt wurde zum echten Genuss. Je weiter wir nun aus dem Tal kamen, umso wärmer wurde es und man konnte schon von der Ferne das Meer förmlich spüren. Die Abfahrt war nur durch einen Sattel unterbrochen, der uns von 500 Meter Höhe noch einmal auf 608 Meter Höhe führte. Später radelten wir noch einige Kilometer an dem la Solenzorra entlang und überquerten ihn auf einer malerischen Brücke. Nach dieser letzten Erhebung ging es dann aber direkt zum Meer, was wir erstmals seit zwei Tagen wieder sehen sollten. Erwähnenswert war auch noch eine Gruppe von Nonnen, die uns entgegen kam. Wir grüßten einander. Nach einer Stunde Abfahrt hatten wir die N198 erreicht und fuhren anschließend fast auf Meeresniveau nach Norden. Nun erwartete uns ein flacher aber stark befahrener Streckenabschnitt. Es war Kilometer schruppen angesagt, denn bis zum Flughafen waren es noch 80 Kilometer. Nach einem kurzen Stopp am Meer gaben wir Gas. Wir passierten zahlreiche kleine Ortschaften, Weinanbaugebieten und ein Militärgelände der Luftwaffe bei Travo.

Fotostopp mit Blick auf die Berge

Robert auf dem letzten Sattel

Blick ins Tal

la Solenzorra

eine Gruppe Nonnen auf der Straße

einer der zwei Baustellen auf unserer Abfahrt

Schafe mit einer Palme neben der N198

Nach 19 km auf der N198 gingen wir 11:30 Uhr einkaufen. In der Sonne war es richtig warm und so konnten wir unsere Sandalen wieder anziehen. Conrad hatte seine Sachen zum Trocknen ausgebreitet, was mich spontan an einen arabischen Verkaufsstand erinnerte. Nachdem wir uns gestärkt hatten, setzten wir 13 Uhr unsere Fahrt fort. Je näher wir Richtung Bastia kamen, umso mehr nahmen die Anstiege und leider auch der Verkehr zu. Es war schon auffallend wie rücksichtslos die Autos an uns vorbei fuhren. Wir konzentrierten uns auf die Straße und machten nur wenige Stops. Dieser Streckenabschnitt zählte zweifellos zu den monotonsten unserer Tour. Nach 70 km auf der N198 machten wir noch einen zweiten Einkaufsstopp in Moriani Plage, wo wir uns vor allem Wasser holten. Gegen 16 Uhr rollten wir weiter.

kurzes durchatmen ..

schwerer Verkehr auf der N198

Robert während unserer Mittagspause

auf der D337 in Richtung Meer

15 Kilometer südlich vom Flughafen bogen wir bei der D337 rechts ab. Am Ende der sechs Kilometer langen Straße befand sich das Mittelmeer mit einem langen Sandstrand. Nach den vielen Stunden auf der nervigen N198 freuten wir uns über die Ruhe am Meer. Nachdem auch die letzten beiden Besucher den Strand verlassen hatten, bauten wir das Zelt auf. Bei einem fantastischen Mondaufgang über dem Meer und einem grandiosen Sternhimmel ließen wir die Radtour noch einmal Revue passieren und legten uns 23 Uhr in die Schlafsäcke.

Conrads Rad am Meer



Robert schiebt sein Rad zu einer schönen Zeltstelle


Statistik zum 08ten Tag

leicht bewölkt war es
Vormittag
leicht bewölkt war es
Nachmittag

Tageskilometer
122,42 km
Gesamtkilometer
817,98 km
Höhenmeter
528 (12154)
maximale Höhe
1216 Meter
Durchschnittsgeschwindigkeit
21,3 km/h
reine Fahrzeit
5:44:19 (47:38:42 h)
Start
8:00 Uhr
Ziel
17:30 Uhr
TopSpeed
54,6 km/h
Temperatur
10 - 25 °C
Übernachtung

am Strand 20 km südlich vom Airport von Bastia
Übernachtungshöhe
0 m über NN
Trinken
4,0 Liter Wasser
Stärkungen
k.A.
Ausgaben
13 Euro für Einkauf

Tag 7 / Tag 9



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